Das staatlich anerkannte
Institut für Psychotherapie Berlin e.V.

Reform der Psychotherapieausbildung (ab 2020)

 

Sie möchten Psychotherapeut*in bzw. Psychoanalytiker*in oder Analytische*r KiJu-Therapeut*in werden?

Das Gesetz zur Psychotherapie-Ausbildungsreform wird am 01. September 2020 in Kraft treten. Sie können jetzt schon prüfen, ob Sie die derzeitige Psychotherapieausbildung nach dem Masterabschluss anstreben, oder ob Sie nach der neuen Struktur studieren und eine Weiterbildung anschließen.

Welches Modell möglich und sinnvoll ist, hängt vom akademischen Abschluss und von der persönlichen Situation ab. Wer schon einen Masterabschluss hast (Psychologie, Pädagogik etc.) hat, kann aktuell nur die bisherige Ausbildung absolvieren. Es ist sinnvoll, diese zeitnah zu beginnen, da die Ausbildung laut Übergangsregelung bis zum Jahr 2032 (Härtefallregelung bis zum Jahr 2035) abgeschlossen sein muss.

Alle Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) unter Aus- und Weiterbildung/Wege zur Ausbildung

 

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Wie verläuft die Ausbildung jetzt?

Die Ausbildung ist postgradual, das heißt mit einem Masterabschluss oder Diplom in Psychologie (mit dem Prüfungsfach Klinische Psychologie im Zeugnis ausgewiesen) kann eine Ausbildung zum/zur Psychologischen Psychotherapeut*in begonnen werden. Die Ausbildung dauert mindestens 3 Jahre. Die Ausbildung schließt mit einer Approbationsprüfung ab. Mit der Ausbildung wird gleichzeitig die Fachkunde erworben, mit der nach Zulassung als Vertragspsychotherapeut*in die Abrechnung mit den Krankenkassen möglich wird.

Was ändert sich ab 2020?

Psychotherapie wird ein eigener Studiengang (Bachelor und Master), der mit einer staatlichen Approbationsprüfung endet. Danach folgt schließt sich eine mehrjährige Weiterbildung in einem anerkannten Psychotherapieverfahren an, zum Beispiel in Psychoanalyse und/oder Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Diese Weiterbildung, die voraussichtlich 5 Jahre dauern wird, ist auch Voraussetzung, um die sogenannte Fachkunde zu erlangen. Mit Fachkunde und der Zulassung bei einer Kassenärztlichen Vereinigung als Vertragspsychotherapeut*in ist dann die Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen mit Krankenkassen möglich. Bachelor, Master und Weiterbildung dauern zusammen ca. 10 Jahre (nach heutigem Kenntnisstand).

Welche Übergangsregelungen wird es geben?

Es ist eine Übergangsfrist von 12 Jahren für die Absolvierung der bisherigen Psychotherapieausbildung vorgesehen. Diese muss spätestens bis zum Jahr 2032 (lt. Härtefallregelung bis zum Jahr 2035) abgeschlossen sein. Die Übergangsfrist gilt für alle, die entweder:

  • vor dem 1. September 2020 ein Studium begonnen haben, welches zur Zulassung zur heutigen Psychotherapieausbildung berechtigt, oder die
  • irgendwann einmal ein solches Studium abgeschlossen haben, oder die sich
  • bereits in einer Psychotherapieausbildung befinden.

Wenn vor dem 1. September 2020 noch kein entsprechendes Studium begonnen wurde, ist nur die Qualifizierung nach dem neuen Gesetz (Psychotherapiestudium und neue Psychotherapieweiterbildung) möglich. Einzelne psychologische Fakultäten an Universitäten planen Übergangsangebote für diejenigen Student*innen, die sich derzeit im Studium der Psychologie befinden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Hochschule.

Wie wird das Psychotherapiestudium aussehen?

Das zukünftige Studium der Psychotherapie ab Wintersemester 2020 ist als vollakademisches, konsekutives Studium angelegt, in Bachelor-Master-Struktur und mit einer Dauer von 5 Jahren (3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master). In diesen Studiengängen sind alle wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren und -methoden zu lehren. Des Weiteren soll das Studium u.a. alle Patient*innen-Altersgruppen abdecken. Das Studium wird ausschließlich an Universitäten möglich sein. Um zukünftig eine Approbation als Psychotherapeut*in erhalten zu können, müssen dafür anerkannte Bachelor- und Masterstudiengänge absolviert werden. Eine abschließende staatliche Approbationsprüfung berechtigt dann für eine anschließende Weiterbildung zum/zur Fachpsychotherapeut*in. Die Universitäten haben angekündigt, dass sie die notwendigen Bachelorstudiengänge polyvalent gestalten wollen, sodass mit diesen ggf. auch andere Masterprogramme angeschlossen werden können.

Und wie wird die anschließende Weiterbildung zukünftig aussehen?

Derzeit ist geplant, dass die Weiterbildung nach dem abgeschlossenen Psychotherapie-Masterstudiengang und der erfolgreich absolvierten Approbationsprüfung 5 Jahre dauern wird (voraussichtlich 2 Jahre im stationären, 2 Jahre im ambulanten Setting und 1 Jahr fakultativ im institutionellen Kontext). Die Weiterbildung wird hauptberuflich, d.h. im Rahmen einer angestellten Berufstätigkeit erfolgen (auch Teilzeitweiterbildung ist angestrebt). Inhaltlich wird die Weiterbildung v.a. in altersbezogenen Gebieten (Kinder und Jugendliche oder Erwachsene) und Psychotherapieverfahren erfolgen.

Was ändert sich bezüglich der Finanzierung der Aus- bzw. Weiterbildung?

Die heutigen Ausbildungen kosten am IfP insgesamt zwischen xxxx und xxxxx Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen, die erzielt werden. Eine Übersicht über die Kosten ist hier zu finden.

In der zukünftigen Weiterbildung nach Abschluss des Studiums und erteilter Approbation ist geplant, den zukünftigen (approbierten) Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PiWs) ein Gehalt auszuzahlen. Die zukünftigen PiWs werden jedoch von Beginn an in den Kliniken als Approbierte umfänglich arbeiten und in der Ambulanzzeit wöchentlich zahlreiche Behandlungsstunden absolvieren müssen, um ihr Gehalt zu refinanzieren.

Die heutigen Psychotherapeut*innen in Ausbildung werden ab dem 01. September 2020 monatlich eine Vergütung von mindestens 1.000 Euro für die Praktische Tätigkeit (PT1) in Vollzeitform in den Kliniken erhalten. Zudem ist nun festgeschrieben, dass 40% der Ambulanzeinnahmen aus Therapien an die Teilnehmer*innen ausgezahlt werden müssen. Im IfP werden derzeit 88% des Honorars an die Aus- und Weiterbildungsteilnehmenden ausgezahlt.

Wie wird der neue Beruf heißen? Was passiert mit den bisherigen Bezeichnungen?

Die zukünftige Berufsbezeichnung nach Erlangung der Approbation, also nach dem Psychotherapiestudium wird „Psychotherapeut/Psychotherapeutin“ heißen. Am Ende der Weiterbildung lautet die zusätzliche Bezeichnung dann voraussichtlich zum Beispiel „Fachpsychotherapeut*in für Erwachsene (Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie)“ oder „Fachpsychotherapeut*in für Kinder und Jugendliche (Systemische Therapie)“ usw.

Wer nach bisherigem Recht die Berufsbezeichnung „Psychologische Psychotherapeut*in“ bzw. „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*in“ führt, wird diese weiterhin führen können. Das heißt, die Bezeichnungen existieren zukünftig parallel.

 

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