Das staatlich anerkannte
Institut für Psychotherapie Berlin e.V.

Fr


06. November 2020


20:00 Uhr


IfP Berlin, Hauptstr. 19, Berlin-Schöneberg

Veränderungen in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit einer Variante der Geschlechtsidentität am Beispiel der Spezialsprechstunde für Fragen der Geschlechtsidentität

Wissenschaftliche Sitzungen des AFF - Rahmenthema: Innere und äußere Bedrohungen, Wiederholung und Abwehr

- Sascha Bos

Eine gelingende Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die sich nicht mit dem bei Geburt zugewiesenen
Geschlecht identifizieren ist uns Mitarbeiter*innen ein großes Anliegen. Derzeit ist die gesundheitliche
Versorgung dieser Personengruppe in der Regel zentralisiert und hierdurch für viele Menschen schwer zu
erreichen. Gleichzeitig erleben Behandlungssuchende den Zugang zu beispielsweise somatischer
Behandlung als häufig sehr hochschwellig und psychologische „Hürden“ als mitunter belastend.
Im Mittelpunkt unseres Angebotes stehen daher das Kindeswohl, die Rechte des jungen Menschen sowie das
individuell zu lindernde Leid – an welches oftmals ein endokrinologischer oder chirurgischer
Behandlungswunsch geknüpft ist. Ziel unserer Begleitung ist eine baldige, deutliche und immer auch möglichst
nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität. Selbstverständlich ist auch hier das Einbeziehen der
Bezugspersonen eine zentrale Aufgabe. Dabei achten wir besonders auf die Einhaltung wissenschaftlicher
und ethischer Standards – unter Berücksichtigung neuester Entwicklungen.
Hierfür etablieren wir u.a. eine eigens geschaffene und auf Partizipation ausgerichtete Forschungssektion.
Hierdurch möchten wir die ärztliche und psychologische Versorgung, im wissenschaftlich geleiteten Austausch
mit anderen Zentren, stetig weiterentwickeln und im Sinne der Behandlungssuchenden verbessern.
Die medizinische Sicht von trans* oder bspw. nicht-binär identifizierten Menschen unterliegt derzeit einem
Paradigmenwechsel – ähnlich wie seinerzeit in der Behandlung von Homosexualität. Durch aktuelle
Forschung und die gesellschaftlich fortschreitende Ent-Psycho-Pathologisierung von Menschen
geschlechtlicher Vielfalt, ergeben sich neue Perspektiven und Behandlungsansätze, welche ich in meinem
Vortrag darstelle und durch Grundlagenwissen über geschlechtliche Varianten ergänze.
Anhand von Fallbeispielen möchte ich dazu anregen, gängige psychodynamische Sichtweisen kritisch zu
hinterfragen, Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene von Klischees und Vorurteilen zu
differenzieren, Bezug nehmen auf neuere rechtliche und ethische Perspektiven und einen Raum für
konstruktive Diskussionen anbieten.

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