Semestereröffnungsvortrag WiSe 2026/27
Ressentiment, Groll und Rache: Psychoanalyse eines (wirksamen) Zündstoffs, der gegenwärtige klinische, institutionelle und politische Konflikte entfacht.
Jeanne Wolff Bernstein, Ph.D., Wien
Fachöffentliche VeranstaltungEingeladen sind Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen, Pädagog*innen und andere soziale Berufsgruppen, auch Studierende dieser Fächer
kostenfrei
Nietzsches Satz „Ich leide: daran muss irgend Jemand Schuld sein“ (1887) ist heutzutage ein wieder aufkommendes verbreitetes Gefühl, das nicht nur von einzelnen Personen empfunden wird, sondern auch langjährige Konflikte in Institutionen und politischen Bewegungen beschreibt. Die Psychoanalyse hat sich erstaunlicherweise wenig mit Groll und Rachegefühlen beschäftigt und mein Vortrag dient dazu aus literarischen Werken, klinischen, institutionellen und auch politischen Geschehen, die Dynamik des Ressentiments besser zu verstehen und zu präziser zu analysieren.
Jeanne Wolff Bernstein, Ph.D. ist Psychoanalytikerin in freier Praxis in Wien, Vizepräsidentin und Lehranalytikerin beim Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse und ehemalige Leiterin des wissenschaftlichen Beirates des Sigmund Freud Museums in Wien. Sie ist die ehemalige Präsidentin, Supervisorin und Lehranalytikerin am Psychoanalytic Institute of Northern California, (PINC) San Francisco gewesen und lehrt am PINC und am NYU Post-Doctoral Program, New York. Zu ihren letzten Publikationen zählen Die Illusion der Neutralität in Neu Denken und Handeln, Der Einfluss gesellschaftlicher Umbrüche auf die Psychoanalyse (2024), Mitherausgeberin, Thoughts for The Times on Groups and Masses, A Sigmund Freud Symposium,(2025) und Autorin von: The Lure of the Gaze and the Past, A Psychoanalytic Exploration of Édouard Manet`s Work (2025), Berlin, Alexander Verlag